Orientierung

Arbeitsfelder

Arbeitsfelder

jrudnik-brille_ausgeloestVor langer Zeit habe ich mir die Frage gestellt, ob sich unabhängig von der ICD-Symptomatik (medizinische, auch psychiatrische Diagnosen) Felder benennen lassen, Lebenszustände, an denen die Menschen, die zu mir kommen, oft leiden. Jeweils etwa zwei Drittel sind einsam, erschöpft, ohne Orientierung, haben körperliche Gewalt bzw. Missbrauch erlebt und haben Schmerzen. Fast alle ringen mit finanziellen Problemen. Das sind mehr als 100%. Denn täglich erlebte Gewalt führt zum Verlust der Orientierung, Überlastung zu Schmerzen, Erschöpfung und zu Einsamkeit, fehlendes Wissen und fehlender Rückhalt zur Wehrlosigkeit und in Missbrauchssituationen, zu Krankheit und Armut. In den letzten 25 Jahren haben sich daher als meine Arbeitsfelder entwickelt:

  • Psychotherapie
  • Physiotherapie
  • Paartherapie
  • Supervision und Coaching
  • Selbsterfahrung und Besinnung

Photo: Boris Kaip

Psychotherapie (Heilen von Geist und Seele)

Autonomie und Anpassungsdruck, Selbstorganisation und Stressbewältigung
Partnerschaft, Elternschaft, Jugend und Altern
soziale / berufliche Kompetenz, Beziehungs- und Kommunikationsprobleme
Angst und Erschöpfung, Depression und Psychosomatik,
Folgen körperlicher, sexueller und struktureller Gewalt (Opfer wie Täter)
Verwirrungszustände: Psychosen, affektive Störungen, Sucht
Entwicklungskrisen: Belastbarkeit, Grenzen, Sinn und Orientierung

Physiotherapie (Körperarbeit)

Atemarbeit, vegetativer Ausgleich
Reduktion von Stress, Psychosomatik und Emotion
Mobilisierungs- und Haltungsarbeit, Ergonomie,
Entspannen und Geniessen

Psychotherapie (Heilen von Geist und Seele)

Autonomie und Anpassungsdruck, Selbstorganisation und Stressbewältigung
Partnerschaft, Elternschaft, Jugend und Altern
soziale / berufliche Kompetenz, Beziehungs- und Kommunikationsprobleme
Angst und Erschöpfung, Depression und Psychosomatik,
Folgen körperlicher, sexueller und struktureller Gewalt (Opfer wie Täter)
Verwirrungszustände: Psychosen, affektive Störungen, Sucht
Entwicklungskrisen: Belastbarkeit, Grenzen, Sinn und Orientierung

Paartherapie (Heilen der Zuwendung)

Kultur des Respekts, der Nähe und Zuwendung
Traditionen, Eigentum, Sicherheit und Verpflichtung
Präsenz schenken, Freiheit riskieren, Raum geben
Würde in Hingabe, Humor und Dienen entdecken
Sehnsucht, Verletzlichkeit und Bedürftigkeit wagen
Lebendigkeit: sich immer wieder neu im Andren finden
Entschlossen Leben und entschieden Lieben

Supervision und Coaching (berufliche Orientierungsarbeit)

Orientierung, Eignung und Neigung, Fokussieren der Kraft
Berufseinstieg, Aufbau von Berufsfeldern, Vernetzung und Marketing
Ausbildungssupervision Lebensberater, Physio- und PsychotherapeutInnen
Organisationsentwicklung individueller und betrieblicher Systeme
Selbstorganisation, Führung und Innovationsimplementierung
Coaching für Einzelunternehmer, Handwerker, Gesundheitsberufe, Führungskräfte, Teams

Selbsterfahrung und Besinnung (Orientierungsarbeit)

Körper- und Haltungsarbeit, Eigenwahrnehmung
Kompetenz und Autonomie des Handelns, Ausdruck von Gefühlen
Absicht und (Re)Orientierung der privaten und beruflichen Systeme
Kampfformen wider die Verfügbarkeit,Grenzen der Selbstoptimierung
Achtsamer Alltag, Räume der Autonomie, Mut zur Begegnung
Sinnlichkeit feiern, in die Stille finden

Supervision

Orientierungsarbeit

jrudnik-brille_ausgeloestUnsere Welt befindet sich in einem Prozess der Entgrenzung. Wir fühlen uns so mächtig, wie Menschen das nie zuvor durften und konnten. Die Globalisierung bringt einen Verlust der sozialen Kontrolle, der Individualismus den Verlust der Traditionen. Zugleich geraten wir an fundamentale Grenzen. Wir erahnen die Endlichkeit der Ressourcen dieser Erde und erschöpfen uns im Versuch der Selbstoptimierung (Byung Chul Han). Unsere hoch arbeitsteilige Welt fordert eine zentrale Kompetenz ohne Gnade ein – situationsbezogen präzises Handeln, konform zu Rollen und Funktionen in einem immer komplexeren Umfeld. Dieses Fähigkeitenbündel wird nirgendwo unmittelbar oder gar gezielt geschult, sondern als „selbstverständlich“ vorausgesetzt.

Viele Arbeitsstellen, die vielfältigen Formen des Unternehmertums und vor allem die Arbeitssituation der „prekären“ Selbständigen haben zwingend Managementaufgaben als Teil der Erwerbstätigkeit. Das erfordert ein hohes Mass an bewusster Selbststeuerung. Diese komplexe Umwelt fördert den Verlust des Blickes für Wesentliches, führt zur Betriebsblindheit in den sozialen Systemen, denen wir angehören. Vereinfacht lassen sich je nach Bezug spezielle Formen der Orientierungsarbeit bzw. Beratung unterscheiden: Supervision und Coaching, Organisations-entwicklung, Selbsterfahrung und Besinnung.

Photo: Boris Kaip

Supervision und Coaching (berufliche Orientierungsarbeit)

Die Reflexion beruflichen Handelns wird Supervision genannt. Als Betriebsfremder und daher nicht Betriebsblinder unterstütze ich die immer wieder erforderliche Revision der beruflichen Tätigkeit. Im Zentrum stehen Orientierung, Eignung und Neigungen, Berufsrollen und Identität, Gruppendynamik und Handlungsoptionen. Ein besonderes Anliegen ist mir der Antagonismus Systemzeit versus Leistungszeit und das Fokussieren von Zeit und Kraft.
Coaching thematisiert die persönliche Entwicklung in Beruf und Karriere. In dieser Form der Reflexion stehen Berufseinstieg, Aufbau von Berufsfeldern, Vernetzung und Marketing im Fokus. Ich biete Coaching für Einzelunternehmer, Führungskräfte, Teams und Betriebe mit dem Schwerpunkt auf Handwerker, Gesundheitsberufe, Kreative und Dienstleister an. Ein mir sehr liebes Feld ist die Ausbildungssupervision für LebensberaterInnen und PsychotherapeutInnen.

Organisationsentwicklung (betriebliche Orientierungsarbeit)

Betriebe sind wirtschaftliche Einheiten. Betriebe sind aber auch und vor allem soziale Ereignisse. Etwa die Hälfte des sozialen Netzes besteht aus ArbeitskollegInnen, über die Hälfte der Paare finden einander am Arbeitsplatz. In Betrieben kooperieren individuelle und betriebliche Systeme, um Leistungen zu erbringen, die Wert haben und nachgefragt werden. Ich sehe Organisationsentwicklung als Unterstützung von Einzelunternehmern, Teams und Betrieben auf der Suche nach Stabilität im steten Wandel. Selbstorganisation, Führung, Identität, Innovationsimplementierung und der individuelle Beitrag zum Ganzen (Fredmund Malik) sind zentrale Themen. Oft aber „menscht“ es einfach nur, wenn wir einander mit unseren Eigenheiten das Leben schwer machen. Von zunehmender Bedeutung sind die Funktionsperioden der in Politik und Wirtschaft entscheidenden Menschen. Die zur Verfügung stehende Zeit bestimmt viele Ziele. Meist sind allerdings diese Ziele Menschenwerk und nicht naturgegeben.

Selbsterfahrung und Besinnung (persönliche Orientierungsarbeit)

Der Körper und seine Sinne sind unser Tor zur Welt. Körper- und Haltungsarbeit intensiviert die Eigenwahrnehmung und den Ausdruck von Gefühlen. Selbsterfahrung ist Interesse für und Neugier auf die eigene Person. Auf diesem Weg findet sich der Mut zur Begegnung und zum Feiern der Sinnlichkeit. Klarheit über Selbst- und Fremdbild erlaubt Kampfformen wider die Verfügbarkeit, um der Selbstoptimierung Grenzen zu setzen. Kompetenz und Autonomie des Handelns führt zur (Re)Orientierung der privaten und beruflichen Systeme. Ein achtsamer Alltag öffnet Räume der Autonomie, der Orientierung und Absicht und letztlich den Weg in die Stille.
Stabilität und Autonomie entsteht durch auf vielen Ebenen kongruentes, zueinander passendes Sein und Verhalten. Physiologie, Haltung des Körpers, Emotionen, Denk- und Handlungsgewohnheiten, Erinnerungen, Erwartungen, Ziele, Pläne und Werte sind einander lenkende Fliessgleichgewichte. Eine solche vielschichtige Struktur ist sowohl stabil genug, um autonom zu sein, als auch flexibel genug zu bewusster Absicht und Anpassung. Diese Struktur ist imstande, orientiert und synchron zu bleiben, indem sie sich immer wieder in ihrer individuellen „Logik“ findet, sich Sinn, Rollen und Funktion gestaltet und mit ihrer Umwelt verbindet.