Bewegungsschulung

Physiotherapie

Physiotherapie ist eine Heilkunst

jrudnik-brille_ausgeloestDie Ausbildung der PhysiotherapeutInnen dauert ein Leben lang, auch wenn die Berufsberechtigung formal in einem dreijährigen FH-Studiengang erworben wird. Physiotherapie ist eine der vielen Heilkünste, ihre physikalische Methodik in ihrer Wirksamkeit wissenschaftlich und klinisch belegt. Einerseits fordert diese Therapie handwerk-lichen Hausverstand, Kenntnis menschlicher Seins- und Schmerzzustände, möglicher Vorgehensweisen und auch Fallen (clinical reasoning).

Andererseits besteht eine immer wieder neue kreative Herausforderung im Zurückfinden zur Gesundheit. Der wichtigste Verbündete dafür ist das Leben selbst. In jeder Zelle findet sich ein grundlegendes DNS-Programm: „Will-Leben“. Jeder Mensch lebt in jedem Augenblick genau das, was dieser Mensch will. In diesen (häufigen) Momenten der Zustimmung ohne Bedingung ist jedes Wesen orientiert und synchron, grundlegend gesund und wandlungs-fähig.

Stabilität und Autonomie entsteht durch auf vielen Ebenen kongruentes Sein und Verhalten. Physiologie, Haltung des Körpers, Emotionen, Denk- und Handlungsgewohnheiten, Erinnerungen, Erwartungen, Ziele, Pläne und Werte sind einander lenkende Fliessgleichgewichte. Eine solche vielschichtige Struktur ist sowohl stabil genug, um autonom zu sein, als auch flexibel genug zu bewusster Absicht und Anpassung. Diese Struktur ist imstande, orientiert und synchron zu bleiben, indem sie sich immer wieder in ihrer individuellen „Logik“ findet, sich Sinn, Rollen und Funktion gestaltet und mit ihrer Umwelt verbindet.

Photo: Boris Kaip

Haltung neu finden

Der Körper und seine Sinne sind unser Tor zur Welt. Körper- und Haltungsarbeit intensiviert die Eigenwahrnehmung und den Ausdruck von Gefühlen. Jeder Mensch ist einzigartig, dessen innere „Logik“ die für diesen Menschen passenden Lösungen für den Alltag und seine Lebensaufgaben bestimmt und auch beschränkt. Viele denkbare Möglichkeiten passen nicht in diese individuelle Logik und werden daher als Weg ausgeschlossen. Erkrankungen sind immer, zumindest auch, Lösungsversuche, und haben daher „Sinn“ und Funktion in diesem individuellen Universum.

Die Trennung zwischen Körper und Geist, mit der Descartes („cogito, ergo sum …“) seinem Zeitgeist folgend eine Grundlage für den Gegensatz zwischen Natur- und Geisteswissenschaften schuf, ist verhängnisvoll. Wir gehen mit unseren Körpern um, als wären sie jederzeit reparierbare und austauschbare Geräte. Doch es gibt Grenzen der Verfügbarkeit, des Raubbaus und auch der Selbstoptimierung. Schmerz und Angst sind Alarmsysteme im Dienst des Überlebens. Ich übernehme keine Therapieaufträge, die diese Signale „wegrationalisieren“ sollen, um unverändert weiter wie bisher verfahren zu können.Ich begleite gerne am Weg zu Wahrnehmung und Klarheit, zum Mut zur Begegnung und zum Feiern der Sinnlichkeit. Diese Haltung öffnet für das WIE meines Selbst und das WIE der Anderen. Sie führt zurück zur Balance der grundlegenden Gesundheit. Der Körper ist der Tempel der Seele – und ihr Werkzeug. Werkzeuge sind wertvoll und gehören gepflegt.

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Johannes Rudnik

Mensch in dieser Welt

jrudnik-brille_ausgeloestIch bin Mensch, 60 Jahre alt, europäischer Mann und lebe in einem der reichsten Länder dieser Erde. Als Vater von 4 Kindern interessieren mich die Veränderungen unserer Gesellschaft. Ich bin mit verantwortlich für die Welt, die wir unseren Kindern hinterlassen. Mein Vater war Russe, von Beruf Bauingenieur und Radiosprecher. Meine Mutter war Lehrerin, ist mittlerweile eine sehr alte Dame und Österreicherin. Heute heisst diese Art von Herkunft „mit Migrationshintergrund“. Ich habe in vielen Berufen gearbeitet, im Gastgewerbe, als Handwerker, in der Logistik, als Trainer und jetzt als Psychotherapeut (Verhaltenstherapie), Psychologe und Physiotherapeut. Ich arbeite als Berater, Therapeut, Supervisor, Coach, Erwachsenenbildner und Organisationsentwickler.

Eingetragen in ministerielle Listen bin ich als Psychotherapeut, als Physiotherapeut, als Gesundheitspsychologe und als Lebens- und Sozialberater. In meiner Arbeit verwende ich Vorgehensweisen aus Verhaltenstherapie, humanistischer, systemischer Therapie und kontemplativer Psychologie sowie klinischer Psychologie. In Körperarbeit und Physiotherapie leiten mich Atemarbeit, manuelle Techniken, Massage und osteopathische Ansätze, Bewegungs- und Bewusstseinsschulung und Haltungsarbeit. Berufsgruppen, mit denen ich häufig zusammenarbeite, sind Sozialarbeiter, Psychologen, Ärzte, Juristen, aber auch andere TherapeutInnen und BeraterInnen.

Photo: Boris Kaip

Wir Menschen sind Teil der Biosphäre des Planeten Erde. Wir sind mit jeden Atemzug Luft, jedem Schluck Wasser zugleich abhängig und verbunden. Die Schwere der Erde trägt uns, das Feuer des Stoffwechsels hält uns warm. Wir finden Raum in diesem großen Lebewesen Erde. Was wie ein Gedicht klingt, ist eine sehr konkrete Beschreibung des menschlichen Daseins. Wir werden Menschen in einem langen Prozess von Beziehung, in dem wir und unsere Umwelt einander gestalten. Wir TherapeutInnen dienen dem Leben heilend, so gut wir dies vermögen.